9. Juli 2020

Gestern Abend am späten Nachmittag betreten 2 Männer das Sommercafé Eden. Wir kommen ins Gespräch. Einer von beiden kommt aus Köln und ist völlig begeistert von den Räumlichkeiten. „Tolle Location“ sagte er. Und als ich vom Konzept erzählte, das hinter dem Projekt „Eden 2020“ steht und dass hier auch kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen oder kleine Konzerte stattfinden sollten, meinte er, das würde ein Selbstläufer.

Da bin ich mir zwar nicht sicher, aber trotzdem hat mich seine Begeisterung für den Laden und das Konzept gefreut. So viel Lob und Zustimmung von einem Kölner, der zudem in der rheinischen Kabarettszene als Aktiver unterwegs ist und von daher so etwas einschätzen kann, macht Mut. Ich freue mich auch für den Vermieter, der viel Geld investiert hat und das Geschäft nach unseren Wünschen und Vorstellungen herrichten läßt. „Wenn ich hier wohnen würde, wäre ich hier Stammgast“, sagte der Mann aus der angesagten Großstadt dann noch. Das macht Mut für die Zukunft, zumal wir beim Verein „Eden 2020 e.V. auch viel Erfahrung und Kompetenz haben durch Mitglieder, die sich im Management kultureller Veranstaltungen auskennen. Es war in jeder Hinsicht eine schöne und ermutigende Begegnung mit dem Mann aus Köln. Und so ist das Café ja auch gedacht: als ein Raum für Begegnung.

Auch von den Menschen in Westerkappeln wird das Sommercafé mehr und mehr entdeckt und angenommen. Wir hören und erfahren viel überaus positive Resonanz. Und es gibt auch schon Stammgäste, auf deren Besuch man sich verlassen kann. Das ist auch schön und wichtig: Gäste, auf die man schon wartet und Menschen, die ganz unerwartet kommen.

Immer mehr Menschen kommen auch rein und haben Behältnisse mit, um den Kuchen mit nach Hause zu nehmen. Auch das war so vorgesehen und geht. Es spricht sich wohl herum, dass der Kuchen einzigartig lecker ist. Geliefert wird der Kuchen in Bioland- und Demeter-Qualität von zwei Bäckereien: von Donnerstag bis Sonntag vom „Wieruper Hof“ aus Menslage und die anderen Tage vom „konsequenten Biobäcker“ aus Ahaus. Und natürlich gibt es das einzigartig gute Brot von Knuf, alles vegan. –

Immer wieder wird gefragt, wann denn ganz eröffnet wird. Das können wir noch nicht genau sagen. Wir streben für das Café den August an und für den Laden den September. Das hängt aber auch von Lieferzeiten ab z.B. für die Küchen- und Kühlgeräte. Die einzelnen Arbeitsgruppen von Eden 2020 und der Vorstand sind da im Hintergrund weiter aktiv, das alles aber ehrenamtlich und neben dem Beruf und Familie. Es passiert also vieles nebenbei und kostet doch viel Kraft und Zeit.

Ich weiß schon, dass ich nach der offiziellen Eröffnung des Cafés gern eine Lesung anbieten möchte. Gelesen wird dann aus dem Buch „Der Bäcker und sein Brot“ von Volker Schmidt Sköries. Gerald Hüther schreibt über dieses Buch im Vorwort: „Es geht um die eigene Rolle, um Identität, um Nachhaltigkeit und Selbstverantwortung. (…) Es geht um Beseelung und Sinngebung – nicht nur des eigenen Lebensweges, sondern auch des Entwicklungsweges eines Unternehmens. (…)

Das Handwerk des Bäckers macht es uns vor: Nur mit einem lebendigen Teig kann dem Bäcker sein Brot, einem Unternehmen sein Anliegen und einer Gesellschaft ihre Weiterentwicklung gelingen.“ Gerald Hüther wünscht uns allen, „dass es uns in einer gemeinsamen Anstrengung gelingt, unsere Welt in einen Ort zu verwandeln, den wir gestalten und in dem wir nicht länger von dem gestaltet werden, was wir selbst verursacht haben.“ (Seite 11)

„Westerkappeln gestalten statt nur zu verwalten.“ Das ist das Motto der Grünen im Wahlkampf 2020. Ich habe mich ja durchaus schon kritisch zu Slogans geäußert vor einigen Tagen. Aber sie bringen natürlich etwas auf den Punkt. In unserem Falle: man muß gestalten w o l l e n! Wir Grünen wollen gestalten, und dabei nicht nur im Rahmen von Sachzwängen und Vorgaben denken. Die kommen von selbst und begrenzen manches Anliegen. Von Helmut Schmidt stammt der Satz, dass, wer Visionen hat, zum Arzt gehen möge. – Ein schrecklicher Satz schon in den 80er Jahren. Im Übrigen ein falscher Satz, denn reine Realitätspolitik und Realwirtschaft haben die Welt zu einem Ort gemacht, der dringend der Hilfe bedarf. Ärzte allein können dem „Patienten Erde“ schon nicht mehr helfen. Wir müssen wohl alle unseren Teil dazu beitragen, die Welt wieder zu einem Ort zu machen, in dem nicht so viel Schaden angerichtet wird. Dazu braucht es Visionen von einer besseren Welt. Die praktische Umsetzung beginnt dann im persönlichen Alltag und in der Politik vor Ort – also auch in der Kommunalpolitik in Westerkappeln. Hier haben die Grünen ein „visionäres Wahlprogramm“ entwickelt, das auf unserer homepage nachzulesen ist und demnächst auch gedruckt vorliegt. Denn ich halte noch ja immer gern etwas in den Händen und blättere darin. Das erleichtert mir das Lesen, wenn ich es schwarz auf weiß vor mir habe und nicht nur auf dem Bildschirm.

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