Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Ratsmitglieder, sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,
das Rosshaar ist gerissen – das Damoklesschwert, das schon seit einiger Zeit über Westerkappeln schwebte, ist gefallen. Die Nachricht, dass wir in den HSK müssen, hat bei uns zunächst für eine Mischung aus Unsicherheit und auch ein Stück weit Erleichterung gesorgt. Doch schon im ersten Gespräch mit dem Bürgermeister wich die Unsicherheit einer gewissen Zuversicht: Wir können diesen Prozess auch als Chance begreifen – und ihn aktiv nutzen. Vor zwei Jahren habe ich in meiner ersten Haushaltsrede gesagt, dass der Eindruck entsteht, man schiebe das Thema HSK immer weiter vor sich her. Leider hat sich dieser Eindruck in den Folgejahren kaum verändert. Im vergangenen Jahr wurden die Karten dann neu gemischt: ein neu zusammengesetzter Rat, ein neuer Bürgermeister und auch in der Kämmerei steht ein Wechsel an. Vielleicht hat es genau diese Veränderungen gebraucht, um mit neuer Motivation und frischen Blickwinkeln an die Herausforderungen heranzugehen, die jetzt vor uns liegen. Drei Dinge sollten dabei aus unserer Sicht besonders im Fokus stehen: Transparenz. Wir werden Entscheidungen treffen müssen, die nicht immer angenehm sind. Umso wichtiger ist es, diese offen und nachvollziehbar zu kommunizieren, damit sie in der Bevölkerung verstanden und mitgetragen werden können. Sichtbarkeit. Trotz aller notwendigen Einschränkungen müssen wir dafür sorgen, dass sich in Westerkappeln weiterhin etwas bewegt – und dass diese Entwicklungen auch sichtbar werden. Einigkeit. Als Rat werden wir auch unbequeme Entscheidungen treffen müssen. Gerade diese Themen werden sicherlich intensiv und auch leidenschaftlich diskutiert. Das ist richtig und wichtig. Aber wir sollten aus der Vergangenheit lernen und uns daran nicht aufreiben. Am Ende gehört auch dazu, Entscheidungen zu akzeptieren – selbst wenn sie nicht der eigenen Wunschvorstellung entsprechen – und sie anschließend gemeinsam nach außen zu vertreten. Beim vorliegenden Haushaltsentwurf vertrauen wir auf die Fachkompetenz der Verwaltung. An dieser Stelle möchte ich mich ausdrücklich bei Herrn Rieger und Frau Lohbeck für den konstruktiven Austausch bedanken. Gleichzeitig sind wir überzeugt, dass wir als Rat mit Ideen und Kreativität zusätzliche Impulse setzen können, um Westerkappeln weiter voranzubringen. In der vergangenen Woche wurde uns aufgezeigt, welches Potenzial im Bereich der erneuerbaren Energien steckt – Potenzial, das in Westerkappeln noch längst nicht ausgeschöpft ist. Mit dem örtlichen Solarverein haben wir bereits engagierte und kompetente Partner vor Ort. Dieses Wissen sollten wir künftig noch stärker einbinden und nutzen. Darüber hinaus sehen wir es als unsere Aufgabe, die Bürgerinnen und Bürger stärker zu motivieren, sich einzubringen und das Ehrenamt zu stärken. Erfahrungen aus anderen Kommunen zeigen deutlich: Gerade in schwierigen Zeiten profitiert eine Gemeinde enorm vom Engagement ihrer Bürger. Zum Abschluss haben wir als ersten konkreten Schritt einen Antrag bzgl. Ehrenamt eingebracht. Er soll dazu beitragen, den Bauhof ein Stück weit zu entlasten und gleichzeitig an einigen Stellen das Ortsbild zu verbessern.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.